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„Gestatten Elite“ - der dritte Berufs- und Hochschultag des KHG

31.01.2009

Er sollte einen gesamten Vormittag füllen, Abwechslung bieten, den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe Eindrücke, Einblicke und Einsichten gewähren und er würde unsere Schule auch nach außen präsentieren, zumindest bei den vielen angereisten Referentinnen und Referenten von den  Hochschulen, Berufsfindungsinstitutionen und Fortbildungseinrichtungen.
Die Rede ist vom dritten Berufs- und Hochschultag am KHG, bei dem insgesamt neben Bewährtem auch ganz neue Impulse gesetzt werden sollten.

Julia Friedrichs machte Mut für eine eigene Suche und Orientierung

Zum ersten Mal haben wir die Veranstaltung schon um 8.00 Uhr beginnen lassen mit einer Art Vorspann, bei dem die junge Autorin, Julia Friedrichs, ihr bemerkenswertes Buch mit dem Titel „Gestatten Elite“ in einer Lesung und anschließenden Diskussion den ca. 300 in der Aula versammelten Schülerinnen und Schülern und den begleitenden Kolleginnen und Kollegen bis 9.30 Uhr vorstellte.

Julia Friedrichs hatte nach ihrem Journalismus-Studium in Dortmund auf eine aussichtsreiche und lukrative Tätigkeit bei der Unternehmensberatung McKinsey verzichtet und war, angeregt durch eine üppige Assessmentveranstaltung dieser Beratungsfirma auf einer griechischen Insel, zu der Idee verleitet worden über den z. B. von McKinsey selbstverständlich für sich reklamierten Elitebegriff in Deutschland zu forschen und eigene Beobachtungen und Untersuchungen dazu anzustellen.
Die Elite in Deutschland, so zeigen zusammengefasst ihre Recherchen an privaten Schulen und Hochschulen, aber auch bei Internetplattformen und schon in elitären Kindergärten, ist vor allem eine Finanzelite, die durch exorbitant hohe Schul- und Studiengebühren ihre Exklusivität sichert und weite Teile der Bevölkerung von den wirklich exzellenten Bildungsmöglichkeiten abschottet. Sicher zählt auch Begabung , aber die wenigen Stipendien sind kaum als Beleg dafür zu bewerten, in Deutschland von einer allgemeinen Demokratisierung der Bildungsangebote zu sprechen.

Schnell ergaben sich in der anschließenden Diskussion  die Fragen,  ‚was heißt denn dann Elite überhaupt ?’ und ‚gehört unsere eigene Schule auch dazu?’.  Julia Friedrichs hat, wie sie sagt, in ihren mehr als 60 Lesungen, die sie bislang vor Schülerinnen und Schülern ‚bewältigt’ hat, noch keine Schule erlebt, die bei sich nicht auch Elemente und Kennzeichen von Elite gespürt oder verwirklicht gesehen hätte. So relativiert sich ein Begriff von Elite und im Verlaufe der Diskussion wurde deutlich, dass diese Qualitätsdiskussion nicht so wichtig ist, wie die ganz konkrete Frage nach der persönlichen Entscheidung und  Orientierung der Berufsstarter. Elite ist eben nicht so sehr eine von außen messbare Größe, sondern vielmehr das, was der Einzelne an persönlicher Qualifizierung Fortbildung und Emanzipation erreicht. Julia Friedrichs machte dabei ihren Zuhörerinnen und Zuhörern, alle übrigens nur wenig jünger als sie, Mut für eine eigene, engagierte Studien- und Berufssuche und -entscheidung.

Jetzt kamen die Berufs- und Hochschulexperten zu Wort

Nach einer halbstündigen Pause startete um 10.00 Uhr der Teil des Berufs- und Hochschultages, der mit den Stichworten ‚Studien- und Berufsberatung’ sowie ‚Gespräche mit Experten’ angemessen beschrieben werden kann. Nach einer allgemeinen kurzen Einführung mit Grundinformationen zu den Bachelor- und Masterstudiengängen, durchgeführt von Frau Christoph von der Universität Duisburg Essen und der Vorstellung der übrigen, insgesamt elf, Beratungs- und Informationsangebote (eine detaillierte Übersicht dazu liegt bei), starteten nach einem festgelegten Raumplan vier Beratungsrunden, bei denen die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit fanden, ihre Fragen zu stellen und sich Informationen zu besorgen.

Das Ingenieurwesen sollte locken

Allein vier der elf Angebote hatten das Studium der Ingenieurwissenschaften zum Schwerpunkt oder sprachen es zumindest als Ausbildungsmöglichkeit mit an. Hervorzuheben sind hier die Präsentationen der Universitäten Wuppertal (Herr Öllingrath) und Duisburg Essen (Frau Christoph und Herr Dr. Brockerhoff) sowie der Bundesagentur für Arbeit (Frau Stadtmann). Besonders positiv bewertet wurde aber auch der Auftritt der neuen Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW), die ab Oktober 2009 ihren Lehrbetrieb in Mettmann aufnehmen wird. Professor Dr. Körsgen stellte nicht nur die ja wirklich ganz ortsnahen Studienmöglichkeiten, sondern auch die ganz konkreten Neubau- und Lagepläne für das Gebäude in Mettmann-West vor.

Ein Auslandsstudium als Alternative

Große Resonanz fanden auch die Möglichkeiten von Studien- und Berufsmöglichkeiten im Ausland. Wie schon in den letzten Jahren waren die Vorstellungen der ‚Carl-Duisberg-Zentren’(Herr Bauer) sowie von Studienmöglichkeiten in den Niederlanden (diesmal waren die Saxion-Fachhochschulen aus Enschede vertreten) ganz gut gebucht. Auch die Europäische Wirtschafts- und Sprachakademie Köln (Herr Blass) und der mit eigenen Bildern aufgewertete Vortrag unseres Kollegen Herrn Jakobs über das ASA Programm/ InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung) und seine Erfahrungen als Aufbauhelfer in Haiti, wurden von ganz vielen Schülerinnen und Schülern recht gut besucht. Drei Beratungsangebote gilt es noch zu erwähnen: Das Partnerunternehmen unserer Schule, die AOK-Mettmann, war mit einem spezifischen kaufmännischen Studienangebot der ‚Gesundheitskasse’ präsent (Frau Mössing), die Berufsfortbildungsmöglichkeiten bei der Kreispolizeibehörde (vertreten durch Herrn Harms) stellten viermal hintereinander  wohl die am meisten besuchte Informationsveranstaltung dar und Frau Professor Dr. Schneider von der Bergischen Universität Wuppertal konnte den Interessierten ganz konkrete Hinweise zu und aus den eigenen Lehrveranstaltungen in den Fächern VWL und BWL bieten.

Am Ende gings dann ganz schnell

Die gut besetzte Aula von 8.00 Uhr war um 13.45 nicht mehr ganz so voll,  jedoch immer noch ansehnlich gefüllt,  aber die eingesammelten Karteikarten, auf denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre drei Besuche von den Referentinnen und Referenten hatten abzeichnen lassen, sollen in erster Linie ja auch dazu dienen, die gesamte Veranstaltung auszuwerten und zu evaluieren.

Neben etwas Kritik – „Das gabs ja schon im letzten Jahr“ – oder – „Ich hätte mir auch noch viele andere Studienangebote gewünscht“ - gab es aber auch positive Rückmeldungen und die auch von den Referentinnen und Referenten, die in einer Schlussrunde vor allem die gute Organisation sowie den reibungslosen Verlauf hervorhoben und dabei kommentierten, dass sie sich solche Aktivitäten auch an anderen Schulen wünschen würden.

Wie gehts nun weiter?

Dieser dritte Berufs- und Hochschultag am KHG war Ergebnis einer so in den letzten beiden Jahren noch nicht durchgeführten Teamarbeit, bei der die Kolleginnen, Frau Dr. Möllney und Frau Groß-Obels sowie die Kollegen, Herr Becker, Herr Jakobs und Herr Höwel maßgeblich beteiligt waren.
Neben zum Teil bewährten Angeboten, haben wir aber auch im nächsten Jahr vor, neue Referenten zu einem z. B. dann neu zu entwickelenden inhaltlichen Schwerpunkt (vorstellbar wären hier z. B. Dienstleistungs, Service sowie Pflege- und Heilberufe) einzuladen.

Die Gesamtzahl von 10 bis 15 parallelen Beratungsrunden und die Einleitung des Tages durch eine motivierende Plenumsveranstaltung aber wollen wir beibehalten.

Am Ende noch einmal ganz herzlichen Dank an alle mithelfenden Kolleginnen und Kollegen, an die Referentinnen und Referenten und an Herrn und Frau Peters, die für deren Beköstigung gesorgt haben.

Eine letzte, gar nicht so elitär gemeinte Bemerkung zur Diskussion zum Thema Elite sei hier am Schluss aber doch noch gestattet:

Wenn am Ende dieses Tages bei den mehr als 300 Schülerinnen und Schülern unserer Oberstufe einige orientierende Impulse und Ideen für ihre ganz persönlichen Berufsentscheidungen hängen geblieben sind, dann hat sich der Aufwand gelohnt.

Presseberichte über den Hochschultag:

- Rheinische Post: Tipps fürs Studium

- WAZ: Mettmann - für die Fachhochschule hat sich noch kein Student eingeschrieben







 


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