Freiarbeit
Seit nunmehr zwanzig Jahren gibt es in ein bis zwei Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 diese von SchülerInnen und Eltern bewusst und freiwillig gewählte Form der schulischen Arbeit, die sich aus den Erfahrungen der Reformpädagogik ergeben haben (Montessori, Petersen, Freinet, Parkhurst ). Begonnen wurde mit einer Klasse 5 pro Schuljahr. Mittlerweile kann man sagen, dass in Teilbereichen nun in allen Klassen 5 und 6 je nach Möglichkeit dieses Unterrichtsprinzip angewendet wird, vor allem im Bereich der Projektarbeit. Freiarbeit ist ein Unterrichtsprinzip, das auf einer veränderten Unterrichtsorganisation und Lehrerrolle basiert. Freiarbeit und das dafür notwendige Material ist in den üblichen Unterricht eingebettet .Der/die LehrerIn erstellt zusätzlich zum üblichen Unterricht differenzierte Lernangebote, berät SchülerInnen während des Lernprozesses und bespricht mit den SchülerInnen das Ergebnis ihrer Arbeit. Planung und Vorbereitung des Lernumfeldes, Auswahl bzw. Aufbereitung des Lernmaterials ermöglichen somit eine individuellere Förderung der SchülerInnen.
Organisiert wird die Freiarbeit vom Klassenlehrer, der mit seinem Kollegenteam in Absprache 5 – 6 Wochenstunden in dem für die Klasse gültigen Stundenplan festlegt. In diesen Stunden führt der/die betreffende FachlehrerIn Aufsicht und berät die SchülerInnen individuell auf Nachfrage, bzw. verweist an den betreffenden Fachlehrer oder die Lösungsangebote, die den SchülerInnen zur Verfügung stehen. Den SchülerInnen stehen für diese Unterrichtsphase, die in der Regel etwa zwei bis drei Wochen umfasst, Aufgaben zur Verfügung, die in einem Pensenplan festgelegt worden sind, der aus Pflicht- und Zusatzaufgaben besteht. Sozialform, Reihenfolge, Intensität und Arbeitstempo der Bearbeitung der Materialien bestimmen die SchülerInnen selbst.
Wir unterscheiden am K-H-G drei Formen von Freiarbeit: die fachgebundene, fächerübergreifende und projektorientierte Freiarbeit.
Voraussetzung für das Gelingen von Freiarbeit und somit des Erwerbs vom “Schlüsselqualifikationen“ ist das gemeinsame Formulieren und verlässliche Einhalten konkreter Regeln, z. B. leises Reden während der Freiarbeit, sorgsamer Umgang mit Material, Klassenraum, Arbeitsplatz etc., Rücksichtnahme, Übernahme von Verantwortung trotz Arbeitens in einer Gruppe. Es wird somit die Eigenverantwortung und Selbstinitiative gefördert.
Somit werden elementare Formen der Teamarbeit eingeführt, wird verlässliches, selbständiges Arbeiten innerhalb eines Zeitrahmens trainiert, das auch formalen Anforderungen genügt. Dies fördert ebenfalls die Eigenverantwortung und die Fähigkeit, Kritik positiv aufzugreifen.
Gleichzeitig trainieren die SchülerInnen, die erarbeiteten Ergebnisse in Form von mündlichen, schriftlichen und bildhaften Beiträgen zu präsentieren. Die bereits in der Erprobungsstufe beginnende Medienerziehung bekommt somit eine weitere sinnvolle Pointierung.
Somit besteht die Möglichkeit, in der Erprobungsstufe Einstellungen und Schlüsselqualifikationen zu erwerben, die für das weitere Lernen in der Sek I und Sek II des Gymnasiums und darüber hinaus für Studium und Beruf von elementarer Wichtigkeit sind.