Jungen- und Mädchenförderung
Laut Beschlussfassungen der Schulkonferenzen im Juni 2000 findet im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 9 für jede Klasse ein dreitägiges Seminar zur Jungen- und Mädchenförderung statt.Die Förderung persönlicher Ich-Stärke und der sozialen Kompetenz ist das primäre Ziel dieser Kurse. Wie andere Veranstaltungen auch - die erlebnispädagogisch ausgerichteten Wanderfahrten, das Seminar zur Suchtprävention, Streitschlichtung und Schülersprechstunden - sollen sie damit gleichzeitig dazu beitragen, dass sich ein möglichst positives Lernklima in den Klassen etabliert und erhält.
Die Kurse für die Mädchen werden von Frau Beate Nitschke durchgeführt, die Jungenkurse leitet Herr Andreas Müller. Herr Udo Richter ist seitens der Schule für dieses Projekt zuständig. Die Kurse finden in den Räumen des Jugendhauses statt. Das Projekt wird auf der ersten Elternversammlung im Schuljahr ausführlich von den Trainern erläutert.Die für das aktuelle Schuljahr vorgesehenen Termine finden Sie bei den Terminen.Der Unkostenbeitrag für die Eltern beträgt in diesem Jahr 20 Euro.
Die Seminare basieren auf langjähriger Erfahrung und nach jedem Durchgang werden die Rückmeldungen der Schülerinnen, Schüler, Eltern erfragt und von den Trainern, Lehrern und Schulleitung ausgewertet.
Zum Seminar „Mädchen- und Jungenförderung" in Kl. 9 als Teil des Schulprogramms
Ein gutes Lernklima in den Klassen lässt sich nicht beschließen und es ist auch niemals „ein für alle Mal" einfach da, sondern gehört zur tagtäglichen Arbeit der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer im sozialen Miteinander. Dies gilt sicherlich für alle Klassen und Kurse, ganz besonders aber für die Zeit der Pubertät in der Mittelstufe.Viele Konflikte lassen sich im oder am Rande von Unterricht auflösen, in Sprechstunden der Klassen-, Fach- oder BeratungslehrerInnen oder auch in der Streitschlichtung. Die Erfahrung zeigt uns jedoch, dass sich spürbar „auszahlt", wenn das soziale Lernen darüber hinaus in bestimmten Abständen verschiedener Alters- und Jahrgangsstufen deutlich aus dem Schulalltag „herausgehoben" und damit für alle Beteiligten besonders wichtig genommen wird, indem die Veranstaltungen nicht primär von Lehrerinnen und Lehrern, sondern von sozialpädagogisch ausgebildete Trainerinnen und Trainer „von außen" geleitetet werden indem es dafür im Vorhinein hinein angekündigte Termine gibt und der Fachunterricht entfällt indem sich die Schülerinnen und Schüler dazu jenseits von Gong und Alltag an einem Ort außerhalb des Schulgebäudes zusammenfinden.
Dazu gehören die erlebnispädagogisch ausgerichteten Fahrten in Kl. 5 und 7, das 8er- Seminar zur Suchtprävention und die Mädchen- und Jungenförderung in Kl. 9. So unterschiedlich diese Veranstaltungen sind, ihrer Zielsetzung ist gemeinsam: die Schülerinnen und Schüler in ihrer individuellen Persönlichkeit zu stärken, sie zu befähigen, Gruppendruck stand zu halten und sich möglichst aktiv für ein positives Miteinander in ihrer Klasse einzusetzen.
Die 9er-Seminare zur Mädchen - und Jungenförderung haben einen zusätzlichen sexualpädagogischen Schwerpunkt. Die Klassen werden für das Seminar, das an drei aufeinander folgenden Vormittagen im Jugendhaus stattfindet, je nach Größe in eine oder zwei Mädchen- bzw. Jungengruppen aufgeteilt. Im Mittelpunkt stehen bei den Mädchen praktische Übungen zur Selbstverteidigung und Behauptung der einzelnen Schülerin allein oder/und in der Clique. Breiten Raum nimmt daneben das Gespräch der Schülerinnen untereinander und mit der Trainerin ein, die am Ende des Seminars aus den vielfältigen Erfahrungen nur das auswählt und an die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer weiterleitet, was für die schulische Weiterarbeit sinnvoll erscheint. Das Gleiche gilt für den Jungentrainer. Im Mittelpunkt der Arbeit der Jungengruppen stehen neben Fragen der sexuellen Aufklärung Übungen zum Abbau von „Machogehabe", zur Kommunikationsfähigkeit und Konfliktbearbeitung.
Als wir diese Seminare in der Schulkonferenz am 6.6.2000 beschlossen, geschah dies zunächst „probeweise". Inzwischen ist dieser Zusatz längst gefallen, die Seminare finden große Zustimmung seitens der Schülerinnen und Schüler, was sich auf die Eltern und das Kollegium übertragen hat - selbst wenn man ihren Erfolg sicherlich nicht so wie einen Lernstand messen kann.
Ansprechpartner für weitere Informationen: Herr Dr. Urban