Medienkonzept

Unbestreitbar leben wir in einem Medienzeitalter und genauso unbestreitbar stellt die Medienerziehung damit einen wichtigen Teilaspekt schulischer Arbeit dar. Deshalb ist es die Aufgabe einer jeden Schule ein Medienkonzept zu erarbeiten mit dessen Hilfe die Schüler auf die Anforderungen der Zukunft angemessen vorbereitet werden. Da sich unsere Welt in einem rasanten, stetigen Wandel befindet, lässt sich eine abschließende Antwort nicht finden sondern nur ein Zwischenfazit ziehen.
Durch den technischen Fortschritt leben wir heute in einer Informations- und Wissensgesellschaft, die von uns allen neue Fähigkeiten und Fertigkeiten erfordert; was für die „alten Medien“ galt, gilt heute teilweise nicht mehr. Nur wer mit dem Neuen umgehen kann, der kann weiterkommen. Die Fähigkeit Medien zur Bereicherung des Lebens zu benutzen statt die Medien das eigene Leben bestimmen zu lassen oder es eintöniger zu machen nennt man Medienkompetenz.
Mit Medien umgehen zu können, sie zu verstehen und sie selbst anwenden zu können muss Kindern und Jugendlichen vermittelt werden. Dabei gilt es nicht nur eine Fähigkeit sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Fähigkeiten zu erwerben. Ein bestimmtes technisches Gerät bedienen zu können, stellt nur die Grundlage dar, wichtiger ist das Wissen, welche Medien es gibt, was diese Medien wollen und wie sie funktionieren. Ausgehend von der Kenntnis der Funktionsweise lassen sich Inhalte erst kritisch betrachten und Medien selbst gestalten.
Vor allem aufgrund des überschaubaren Angebots und der begrenzten Auswahl war es früher relativ leicht den Überblick über die klassischen Informationsquellen Zeitung, Radio und Fernsehen zu behalten. Die Kontrolle war problemlos möglich und nur beim Fernsehen schieden sich die Geister daran, wie viel Konsum sinnvoll ist. Erst mit der Verbreitung von Computer und Internet im letzten Jahrzehnt hat sich dies geändert und die Gewohnheiten des Medienkonsums haben sich gewandelt. Diese „Neuen Medien“ vereinen sämtliche traditionellen Informationsquellen (Zeitungen in Form von E-Paper, Fernsehen auf Abruf und Radiostationen aus aller Welt) und erweitern sie gleichzeitig um die Möglichkeit auf einfach Art und Weise eigene Inhalte zu veröffentlichen.
Der Umgang mit diesem unüberschaubar vielen, in weiten Teilen unkontrollierten und undifferenzierten  Informationsangeboten stellt eine Anforderung an die Gesellschaft dar der diese sich in vielen Bereichen noch nicht bewusst ist. Für Eltern und Lehrer gilt es, sich gezielt mit den verschiedenen Formen von Medien auseinander zu setzen. Dabei ist es sicherlich hilfreich, wenn bereits in frühester Jugend Grenzen im Umgang mit Medien gesetzt sind die für den Erwerb von Medienkompetenz genutzt werden können. Diskussionen mit dem Kind, in wie weit Computerspiele oder Filme für sein Alter geeignet sind, bilden wichtige Voraussetzungen für den Erwerb von Medienkompetenz. Diese Aufgabe müssen Elternhäuser und Schule gemeinsam bewältigen.
Die Schule steht dabei vor der Aufgabe mit wenig Geld und ohne gezielte Qualifikations-möglichkeiten für die Lehrer Konzepte zu erarbeiten um den Schülern die für ihre Zukunft nötige Medienkompetenz zu vermitteln. Theoretiker sehen in der Schaffung eines eigenen Faches Medienpädagogik die Lösung dieser Aufgabe, übersehen dabei aber, dass Medienkompetenz keine lösgelöst erlernbare Fähigkeit ist sondern nur an realen Beispielen erfahren werden kann. Deshalb haben wir uns am KHG entschlossen einen integrativen Ansatz zu wählen: Einige Aspekte der Medienerziehung finden sich in den Lehrplänen der Fächer der Stundentafel bereits wieder und werden im regulären Unterricht thematisiert, andere sind fächerübergreifend und werden deshalb auch von allen Fächern an geeigneten Stellen eingebunden.
Der Umgang mit der wichtigsten Anwendungssoftware (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Browser, …) und die Nutzung des Rechners als Schreib-, Recherche- und Präsentationsmedium stellen mittlerweile Basisqualifikationen unserer Gesellschaft dar und sind damit zu Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen geworden. Sie stellen die Voraussetzung für die aktive und selbst bestimmte Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation dar und sind die Grundlage dafür Medien verstehen und anwenden zu können sowie mit der täglichen Informationsflut zu recht zu kommen. Das Erlernen der genannten Kulturtechniken steht deshalb im Zentrum des folgenden „Netzwerks der Medienerziehung“:


Aufgrund des rasanten Wandels der Medien kann unser Netzwerk nur eine Momentaufnahme zur Medienerziehung sein und bedarf der kontinuierlichen Aktualisierung und Überarbeitung. Ständig werden neue Fragen aufgeworfen: Wie gehen wir mit dem technischen Aspekt der Medienerziehung um? Wie bringen wir unseren Schülern die fachlichen Hintergründe bei? Mit dem Angebot der Informatik im Wahlpflichtbereich II ist ein erster Schritt gemacht; benötigen wir außerdem das Fach Informatik in der Oberstufe? Oder ist der Ausbau des bestehenden Angebotes freiwilliger Arbeitsgemeinschaften und Kurse aufgrund der personellen und institutionellen Voraussetzungen sinnvoller? Die Weiterentwicklung des Medienkonzeptes wird uns auch zukünftig beschäftigen!